Tränensäcke reduzieren mit einer Unterlidkorrektur

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Die Lidstraffung liegt auf der Liste der beliebtesten Schönheitsoperationen in Deutschland auf Platz zwei. Bei den männlichen Patienten ist sie gar der am häufigsten durchgeführte Eingriff – nach der Fettabsaugung und dem Facelift. Eine Straffung der Augenlider bringt einen deutlichen Effekt mit sich: Das Gesicht sieht sofort jünger und erholter aus, wenn Schlupflider und /oder Tränensäcke korrigiert werden. Das statistische Durchschnittsalter für eine Augenlidstraffung liegt in Deutschland bei 51 Jahren. Werden die Schlupflider korrigiert, spricht man von einer Blepharoplastik des Oberlides, werden Tränensäcke entfernt, von einer Blepharoplastik des Unterlids.
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Die Entstehung von Tränensäcken

Tränensäcke unterhalb des Auges sind Erscheinungen des natürlichen Alterungsprozesses und vor allem genetisch begründet. Übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum, zu viel Sonne und ein ungesunder Lebensstil könne zu ihrer Entstehung beitragen. Ihre Ausbildung hängt jedoch vorrangig von genetischen Faktoren ab.

Tränensäcke sind…

  • eine Ansammlung von Flüssigkeiten im Gewebe des Unterlids und/oder
  • eine alters- und anlagebedingte Vorwölbung der Haut und tieferer Strukturen
Der Grund für Tränensäcke ist in der Muskulatur unterhalb des Auges zu suchen: Fettgewebe und Muskeln erschlaffen und wölben sich vor. Zusätzlich kann sich unter dem Auge Lymphflüssigkeit ansammeln und die Vorwölbung verstärken. Auch die extrem dünne Haut rund um das Auge trägt ihres zu der Bildung der Tränensäcke bei.

Ursachen der geschwollenen Augen

  • genetische und familiäre Veranlagung
  • dünne Haut der Augenlider
  • der Alterungsprozess
  • zu viel Sonne, Rauchen, Alkohol und eine ungesunde Lebensweise
In sehr seltenen Fällen können auch Krankheiten hinter der Wölbung unter den Augen stecken, etwa Nierenerkrankungen, eine Allergie oder Herzschwäche.

Die Blepharoplastik  des Unterlids

„Der Blick soll wieder wach und offen sein“ – diesen Wunsch äußern die meisten Patienten, die eine plastisch-ästhetische Korrektur des Ober- und Unterlids durchführen lassen wollen. „Erst dünnt die Haut durch das zunehmende Alter aus, dann kommt es zur Faltenbildung, dann lassen Bindegewebsspannung nach und der Augenringmuskel erschlafft“, so erklärt ein bekannter Plastischer Chirurg aus München die Entstehung der Tränensäcke.

Zielgruppe und Nutzen

Personen mit einem Hautüberschuss im Bereich der Unterlider oder mit vorgewölbten Augenhöhlen-Fettgewebe – oder einer Kombination aus beiden – verleiht eine Unterlidstraffung ein frisches, jugendliches Aussehen. Der Patient muss volljährig sein und über einen guten Allgemeinzustand verfügen. Augenkrankheiten oder neurologische Erkrankungen sind Kontraindikationen für eine Operation. Vor der OP sollte ein Augenarzt abklären, ob innere Augenerkrankungen bestehen. Wichtig: Dunkle Augenringe, Krähenfüße oder hängende Oberlider können durch diese OP nicht entfernt werden!

So läuft die OP ab

Eine Unterlidstraffung dauert in der Regel zwischen einer und zwei  Stunden. Ein guter Allgemeinzustand wird vorausgesetzt, um die OP durchführen zu können.
  • Dem Patienten wird eine örtliche Betäubung verabreicht
  • Der Chirurg setzt winzige Hautschnitte, etwa 1 bis 2 Millimeter unter der Wimpernkante des Unterlid
  • Überschüssiges Fettgewebe und Muskeln werden entfernt
  • Die darunterliegende Trennschicht wird gestrafft
  • Die Haut wird gestrafft
  • Das Unterlid wird mit einem stabilisierenden Klemmpflaster verklebt
  • Die Fäden und das Pflaster wird nach einer Woche wieder entfernt

Anästhesieform

Üblicherweise erfolgt die Blepharoplastik unter örtlicher Betäubung. Weil die Unterlidstraffung aufwändiger als die Oberlidstraffung ist, bietet sich eine begleitende Narkose bzw. ein leichter Dämmerschlaf an. Auch eine Vollnarkose ist möglich, allerdings mit deutlich mehr Risiken verbunden.
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Nach der OP

Weil der Eingriff meist ambulant erfolgt, kann der Patient nach Einhaltung einer Ruhephase nach Hause gehen. Direkt nach der OP sollte sich der Patient schonen. Die Augenlider müssen gekühlt werden, der Patient erhält Augentropfen. Auf Cremes, Make-Up, Sport und Kontaktlinsen gilt es zu verzichten. Auch für Augen und Körper anstrengende Aktivitäten müssen gemieden werden, dazu gehört etwa Sport, Lesen und Fernsehen. Eine Woche lang sind Blutergüsse sichtbar. Etwa fünf bis sieben Tage nach der OP werden die kleinen Spezialpflaster und die Fäden entfernt. Nach rund zwei Wochen ist die Gesellschaftsfähigkeit wiederhergestellt. Die Sonne sollte mindestens drei Monate lang gemieden werden.

Die Risiken der Unterlidstraffung

Wie jede OP birgt auch die Unterlidstraffung Risiken. Insgesamt gilt sie als risikoreicher als die Oberlidstraffung, weil die Gefahr, dass Muskeln und Nerven verletzt werden könnten, größer ist. Die OP sollte nur von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden, der eine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Blepharoplastik vorweisen kann.  

Mögliche Komplikationen

  • Blutergüsse und länger andauernde lymphatische Schwellungen
  • Durchblutungs-, Wundheilungs- und Sensibilitätsstörungen
  • Asymmetrien
  • Störende Narben
  • Sehstörungen
  • Erblindung (extrem selten, aber möglich)
  • Probleme mit Lidschluss, Tränenlaufen und Austrocknung des Auges
  • Charakteristische Ausdruck des Gesichts verändert sich komplett
Die häufigsten Komplikationen sind länger anhaltende Schwellungen und Blutergüsse. Auch Wundheilungsstörungen und eine übermäßige Straffung kommen des Öfteren vor. Letztere kann zu Problemen mit dem Lidschluss und zur Austrocknung des Auges führen, was wiederum ernsthafte Folgen für den Sehapparat haben kann. Verletzungen wichtiger Strukturen, wie etwa Nerven und des Auges selbst, sind möglich, jedoch extrem selten.

Der charakteristische Ausdruck des Gesichts soll erhalten bleiben

Die Augenregion ist eine der komplexesten Regionen im Gesicht. Die Augen verleihen einem Gesicht seinen speziellen Charakter. Eine Unter- und Oberlidstraffung können diesen charakteristischen Ausdruck des Gesichts ändern, z.B. dann, wenn zuvor mandelförmige Augen nach der OP plötzlich rund sind. Ein erfahrener Chirurg wird versuchen, die Form der Augen beizubehalten. Vor der OP kann die Veränderung mittels Skizzen am Computer vorweggenommen werden. Hier muss der Plastische Chirurg genau darüber aufklären, was möglich ist – und was nicht. Der Patient sollte sehr detailliert schildern, wie er sich das Ergebnis vorstellt, etwa dass die mandelförmigen Augen auch nach der OP dieselbe Form haben sollen. [su_note note_color=”#e079d4″ text_color=”#fff”]Tipp: Das ausführliche Patientengespräch mit medizinischer Beratung und Behandlungsempfehlung, eine umfangreiche augenärztliche Untersuchung und eine gründliche Aufklärung über alle möglichen Risiken sind Anhaltspunkte für die Qualität der Schönheitsklinik.[/su_note]  

Kosten der Operation

Je nachdem, wo die OP durchgeführt wird sind die Kosten unterschiedlich. Konsumentenschutzstellen empfehlen, sich an die Deutsche Gesellschaft für Plastisch-Ästhetische Chirurgie zu wenden bzw. an das österreichische Pendant. Vor der Operation sollten sich Patienten ausgiebig über den behandelnden Arzt – also sein Fachgebiet, Referenzen und absolvierte Weiterbildungen  –  informieren. Die Kosten für die Unterlidstraffung liegen in Österreich zwischen 2.000 und 4.000 Euro. Weil es sich in nahezu allen Fällen um einen rein ästhetischen Eingriff handelt, bezuschusst die Krankenkasse die Operation nicht.

So lange hält das Ergebnis

In der Regel wird angenommen, dass das Ergebnis etwa fünf bis zehn Jahre lang hält. Der Verjüngungseffekt ist also nachhaltig, jedoch lassen sich die Alterserscheinungen nicht komplett aufhalten. Mit der Zeit können sich auch Tränensäcke wieder bilden.

Alternativen zum chirurgischen Eingriff

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Treten die Tränensäcke nur ab und zu auf und stören nicht allzu sehr, gibt es einige Hausmittel, auf die zurückgegriffen werden kann. Einige Tipps, um geschwollene Augen zu verhindern:
  • Betroffene Stellen kühlen: Gurkenscheiben, Wattepads mit kaltem Tee oder Quark auf die Augen legen und 20 Minuten einwirken lassen. Anschließend mit einem feuchten Lappen abwischen und schon sind die Schatten und Augenringe etwas abgeklungen.
  • Erhöhte Schlafposition: Wird der Oberkörper aufrecht gelagert, kann Lymphflüssigkeit besser abfließen als in der waagrechten Position.
  • Regelmäßige Lymphdrainagen: Ähnlich wie bei Cellulite können regelmäßige Gesichts-Lymphdrainagen den Abfluss der Lymphflüssigkeit unterstützen. Mit Hilfe eines Pflegerollers können alle, die unter Tränensäcken leiden, auch selbst aktiv werden.
  • Wenig Salz: Eine stark salzhaltige Ernährung kann Wassereinlagerungen fördern. Achten Sie darauf, Speisen nur mäßig zu salzen, viel Wasser und wenig Alkohol zu trinken.
  • Harnstoffhaltige Salben: Harnstoff soll den Wasseranteil der oberen Hautschicht erhöhen – deshalb raten einige Mediziner zur Anwendung harnstoffhaltiger Salben.
  • Gesunder Lebensstil: Was der Gesundheit gut tut, hilft auch der Haut und dem Bindegewebe. Ausreichend Schlaf, viel Bewegung an der frischen Luft, wenig Alkohol und kein Nikotin sind die besten Mittel gegen Augenringe und geschwollene Augen.